Umweltbundesamt betrachtet Kohlendioxid-Speicherung nur als "Übergangslösung"

Treibhausgase

Schon wieder nur eine Übergangslösung in der Energiewirtschaft: Nachdem die Atomenergienutzung selbst für die CDU und die FDP nur noch als "Übergangsenergie" qualifiziert wird, droht dem neuen Patentrezept der Energiewirtschaft das gleiche Schicksal. Das Umweltbundesamt bezeichnete die von den Energiekonzernen propagierte technische Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid (CO2) in tiefen geologischen Schichten als "Übergangslösung". Ohnehin werde die kommerzielle und industrielle Verfügbarkeit dieser Technik in deutschen Kraftwerken erst "ab 2020" erwartet. Zwei kürzlich vom UBA veröffentlichte Studien zeigen "die Potenziale, aber auch Grenzen dieser Technik auf", teilte die Bundesbehörde mit.

Ein Ergebnis dieser Studien sei, dass es sich "allenfalls" um eine Übergangslösung handeln könne. Vordringlichste Aufgabe beim Klimaschutz bleibe der Ausbau der erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.

"Langzeitsicherheit" - "Verlustraten" - weiterer Klärungsbedarf

Bei der Diskussion um die neue Technik werden Erinnerungen an die bei der Endlagerung von Atommüll diskutierten Probleme wach: Voraussetzung für den Einsatz der CO2-Abscheidung und -Speicherung seien "strenge Umweltschutzstandards, ausreichend große Speicherkapazitäten und die Gewährleistung der langfristigen Sicherheit". Nach Ansicht des Umweltbundesamtes sollte die "Verlustrate an CO2" aus den Speichern maximal 0,01 Prozent pro Jahr betragen. Nur so könne ein "positiver Klimaschutzeffekt" erreicht werden.

Auch sei bislang die Frage nach den tatsächlich nutzbaren unterirdischen Speicherpotenzialen "nicht ausreichend geklärt". Nach Angaben der Umweltbehörde sind die in Deutschland verfügbaren Speicherkapazitäten "rein rechnerisch" vermutlich auf 40 Jahre begrenzt.

Die Umweltbehörde übt in diesem Zusammenhang auch deutliche Kritik an einer jüngst von der Internationalen Energie-Agentur (IEA) veröffentlichten Studie zum Thema. Keines der IEA-Szenarien erreiche das vom Umweltbundesamt formulierte Umwelthandlungsziel einer Verminderung der globalen Treibhausgas-Emissionen um 50 Prozent bis zum Jahr 2050. Insgesamt würde die Internationale Energie-Agentur die Potenziale erneuerbarer Energien "zu pessimistisch, die Potenziale der CO2-Abscheidung hingegen zu optimistisch" einschätzen.