Ärzte bezweifeln Daten in Kassen-Studie über Arztbesuche

Arztkontakte

Die Kassenärzte haben die Ergebnisse des Reports der Gmünder Ersatzkasse (GEK) zur ambulanten Behandlung bezweifelt, wonach die Deutschen mit über 16 Arztkontakten pro Jahr "weltweit ganz vorne liegen". Der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sagte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, eine OECD-Studie sehe Deutschland bei den Arztkontakten im internationalen Mittelfeld. Deshalb müssten die Daten- und Erhebungsgrundlagen des GEK-Reports überprüft werden.

Zudem dürfe bei internationalen Vergleichen nicht vergessen werden, dass die Gesundheitssysteme sehr unterschiedlich strukturiert seien, fügte Köhler hinzu. So gebe es in Deutschland - anders als in vielen anderen Staaten - einen barrierefreien Zugang zu ambulanter und stationärer Behandlung. Noch bestehe auch die freie Arztwahl und der "weltweit größte Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen".

Der Kassenarztchef begrüßte ausdrücklich, dass die GEK einräume, dass die Pro-Kopf-Ausgaben im ambulanten Bereich in Deutschland im internationalen Vergleich niedrig seien. So würden durchschnittlich für ein Kind 400 Euro, für einen jungen Mann rund 140 Euro und für einen Senioren etwa 900 Euro im Jahr ausgegeben.