Klose will stärkeres Engagement der Bundeswehr für irakische Armee

In benachbarten Emiraten

Der SPD-Außenexperte Hans-Ulrich Klose befürwortet ein stärkeres deutschen Engagement im Irak-Konflikt. Europa habe ein Interesse daran, dass die Lage in dem Land nicht außer Kontrolle gerate, sagte Klose am Dienstag im ARD-"Morgenmagazin". Daher wäre es "eine richtige Mischung, mehr Verantwortung auf die irakische Regierung zu übertragen" und die westlichen Truppen "langsam in Stützpunkte zurückzuziehen", während Deutschland "intensiv" an der Ausbildung der neuen irakischen Armee und der Polizei mitarbeiten sollte. Ziel solle es dabei sein, dass die irakische Regierung "in eigener Verantwortung für Sicherheit sorgen kann".

Die Entsendung von Bundeswehrsoldaten in den Irak lehnte Klose klar ab. Es sei vernünftig, die Ausbildung in den benachbarten Emiraten vorzunehmen. "Ausbildung unter der ständigen Drohung, Bombenanschlägen ausgesetzt zu sein, kann nicht gut sein", fügte der SPD-Politiker hinzu.

Zugleich begrüßte er westliche Überlegungen, Syrien und den Iran stärker in die Konfliktlösung einbinden zu wollen. Wenn man dies vorhabe, kündige man dergleichen aber "nicht groß an, sondern man macht es", kritisierte er. Wenn Großbritanniens Premierminister Tony Blair der Auffassung sei, dass ein solcher Weg eingeschlagen werden solle, müsse er sich fragen lassen, warum er es nicht schon längst gemacht habe.

Syrien habe schon seit längerem signalisiert, sein Verhältnis insbesondere zu den USA entspannen zu wollen, so Klose. Darauf habe Washington jedoch nicht reagiert. Ein Blick auf die Landkarte zeige aber, "dass eine Friedensregelung im Mittleren Osten ohne Syrien völlig ausgeschlossen ist". Deshalb mache es Sinn, mit den Syrern ins Gespräch kommen zu wollen. Dies solle aber "besser im Wege der stillen Diplomatie" geschehen.