Polizeigewerkschaft verärgert über Schäubles Pläne zum Umbau der Bundespolizei

"Bewährte Strukturen zerschlagen"

Überrascht und verärgert hat die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) auf die Pläne von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) zum Umbau der Bundespolizei reagiert. Gewerkschaftschef Hans-Joachim Zastrow kritisierte am Freitag in Lübeck, Schäuble habe an den Mitarbeitern vorbei und ohne Absprache mit dem Personalrat eine tief greifende Organisationsänderung bekannt gegeben. Der Minister dürfe sich nun nicht wundern, wenn die Mitarbeiter "dem Ruf nicht folgen". Zastrow warnte davor, bewährte Strukturen zu zerschlagen und Beamte aus der Fläche abzuziehen.

Die Bürger müssten in der Folge noch länger als bisher auf die Bundespolizei warten. "Näher dran ist besser", meint der Gewerkschaftschef. Er forderte Schäuble zugleich auf, sämtliche Pläne auf den Tisch zu legen und die Mitarbeiter nicht durch die "scheibchenweise Bekanntgabe von Auflösungen und Zusammenlegungen" unnötig zu belasten.

Schäuble plant nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" einen weit reichenden Umbau der Bundespolizei. Geplant seien tiefe Eingriffe in die Behördenstruktur, wozu auch die Schließung etlicher Standorte sowie der Wegfall und die Straffung ganzer Führungsebenen gehören, schreibt das Blatt. So solle es statt bisher fünf regionaler Bundespolizeipräsidien nur noch eines geben.

Ziel sei, die Arbeit der etwa 40.000 Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter der Bundespolizei veränderten Aufgaben anzupassen und effizienter zu gestalten, schreibt die Zeitung.