Automobilindustrie bewirbt angeblich 9-Liter-Autos

Selbstverpflichtung adé

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und sein bayerischer Landesverband, der Bund Naturschutz (BN) werfen der deutschen Automobilindustrie vor, dass der durchschnittliche Verbrauch der am häufigsten beworbenen Pkw bei neun Liter auf 100 Kilometer liege. Dies entspreche 215 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer. Die Automobilindustrie habe sich jedoch 1998 verpflichtet, bis 2008 den Durchschnittsverbrauch ihrer Neuwagenflotte auf 5,7 Liter, entsprechend 140 Gramm pro Kilometer, zu reduzieren. Von dieser vor Jahren vielfach angepriesenen Selbstverpflichtung rücke sie inzwischen ab. Die Umweltschützer kritisieren, dass die Autokonzerne vor allem Sprit fressende Pkw-Modelle bewerben.

"Nicht nur, dass die deutschen Hersteller ihre Selbstverpflichtung für mehr Klimaschutz durch eine falsche Modellpolitik ad absurdum führen. Sie verhindern auch, dass die Kunden sparsame Modelle kaufen, indem sie ihre Werbemillionen vor allem auf Spritfresser konzentrieren", kritisiert die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt. So stelle der Autohersteller BMW bei seinen Autos die hohen Geschwindigkeiten heraus und sage nichts zum Thema Sparsamkeit und Treibhausgase. "Das Klimagleichgewicht gehört zu unseren Lebensgrundlagen, sein Schutz muss im Mittelpunkt auch der Wirtschaft stehen. Bei den deutschen Autoherstellern ist diese Erkenntnis leider noch nicht angekommen", so Zahrnt.

Der BUND fordert, dass die deutschen Autohersteller mit innovativer Technik und verantwortungsvoller Werbung bis 2008 den Durchschnittsverbrauch der verkauften Neuwagen auf 5,7 Liter oder weniger mindern. Spätestens 2012 sollten dann weniger als 5 Liter auf 100 Kilometer erreicht werden.