Robin Wood fordert Verzicht auf Atomendlager Gorleben

"Nachweislich nicht geeignet"

Die Umweltschutzorganisation Robin Wood fordert einen Verzicht auf den Atommüllendlagerstandort Gorleben. Der Salzstock in dem niedersächsischen Ort sei "nachweislich nicht geeignet, den für Millionen Jahre strahlenden Müll sicher von der Atmosphäre abzuschirmen", so Robin Wood. Es sei deshalb unverantwortlich, weiterhin Atommüll nach Gorleben zu bringen. Der nächste Transport von Atommüll aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague wird voraussichtlich am Freitagabend im französischen Valognes losfahren und am Sonntag das Wendland erreichen. Robin Wood kündigte an, sich an Demonstrationen entlang der Transportstrecke sowie in Gorleben zu beteiligen. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) sprach sich unterdessen erneut gegen die Nutzung der Atomenergie aus.

Die Umweltorganisation verweist darauf, dass bereits 68 Behälter mit hochradioaktivem Abfall aus Atomkraftwerken in einer oberirdischen Zwischenlagerhalle in Gorleben stehen. Mit dem jetzigen Castortransport sollen zwölf weitere hinzukommen.

Evangelische Kirche will Abkehr von der Kernenergie

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will die Bundesregierung darin bestärken, am Ausstieg aus der Kernenergie festzuhalten. Laut einem Beschlussvorschlag vom Mittwoch soll der Rat der EKD darauf hinwirken, "dass auch auf europäischer Ebene keine weiteren Kernkraftwerke gebaut werden".

Erinnert wird an einen Beschluss der EKD-Synode aus dem Jahr 1987, in dem die Kernkraft wegen der "nicht mit Sicherheit beherrschbaren Gefahren der gegenwärtigen Kernenergiegewinnung" schon einmal abgelehnt wurde. Diese Form der Energieerzeugung sei "mit dem biblischen Auftrag, die Erde zu bebauen und zu bewahren nicht zu vereinbaren", heißt es in dem Beschlussvorschlag.