Gefängnisse so voll wie seit 1990 nicht mehr

64.512 Personen

Die Zahl der Häftlinge in Deutschland hat den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, verbüßten Ende März dieses Jahres 64.512 Personen eine Haftstrafe oder befanden sich in Sicherungsverwahrung. Umgerechnet auf 100.000 strafmündige Bürger ab 14 Jahren saßen damit 90 Personen in den Anstalten ein. Ein Jahr zuvor waren es 89 Personen, 1995 nur 67 Männer und Frauen.

Auf längere Sicht gibt es nach Angaben der Statistiker ein Auf und Ab der Gefangenenzahlen. Im früheren Bundesgebiet waren die Zahlen bis Ende der 60er Jahre und Mitte der 80er Jahre besonders hoch. Im internationalen Vergleich waren und sind die Gefangenenraten in Deutschland laut Statistikamt unterdurchschnittlich.

Der Männeranteil an den Gefangenen betrug Ende März 95 Prozent. 78 Prozent der Einsitzenden waren Deutsche, 22 Prozent Ausländer. Rund 40 Prozent der Gefängnisinsassen waren jünger als 30 Jahre, 11 Prozent waren älter als 50 Jahre. 42 Prozent verbüßten eine Haftstrafe von weniger als einem Jahr, 3 Prozent sitzen lebenslänglich ein. Außerdem befanden sich Ende März 375 Personen in der Sicherungsverwahrung, die bei gefährlichen Wiederholungstätern nach einer Gefängnisstrafe verhängt werden kann.