UN-Sonderbeauftragter Koenigs spricht von "Volksaufstand" in Afghanistan

"Fremde Invasoren"

Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, Tom Koenigs (Grüne), hat prophezeit, die NATO werde den Kampf in Afghanistan "nicht lang durchhalten". Der dortige Konflikt sei ohnehin "nicht allein mit militärischen oder polizeilichen Mitteln" zu lösen, sagte Koenigs der "Frankfurter Rundschau". Vieles, was den dortigen "Volksaufstand" befördert habe, sei "von pakistanischem Boden ausgegangen". Deshalb müsse man die Pakistanis miteinbeziehen.

Zudem sei es notwendig, dass NATO und Koalitionsstreitkräfte "so schnell wie möglich" die afghanische Armee und Polizei in die Lage versetzten, den Konflikt aus eigener Kraft auszufechten. Deutschland sollte dabei eine zentrale Rolle in der Ausbildung afghanischer Institutionen spielen. Der Abzug der NATO-Truppen fände "sehr viel mehr Akzeptanz", weil dann ein Argument der Taliban nicht mehr ziehe, dass das "fremde Invasoren" seien, so Koenigs.