Fallschirmjäger wegen obszöner Praktiken angeklagt

Vor Kongo-Einsatz

Die Staatsanwaltschaft Zweibrücken hat Anklage gegen zwei Fallschirmjäger der Saarlandbrigade erhoben. Ihnen werde entwürdigende Behandlung von Untergebenen beziehungsweise Unerlassung bei Mitwirkung einer Straftat vorgeworfen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Eberhard Beyer am Montag. Bei den Angeklagten handelt es sich um einen Kompaniechef und einen Stabsfeldwebel des in Zweibrücken stationierten Fallschirmjägerbataillons 263. Die Kompanie des Bataillons war ursprünglich für den Kongo-Einsatz der Bundeswehr vorgesehen. Sie wurde nach Bekanntwerden der Vorfälle durch eine andere Einheit desselben Verbandes ersetzt.

Der 42-jährige Stabsfeldwebel soll bei einer Feier im Mai 2004 auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz Geld zu einer Wette beigesteuert haben, in der es darum ging, dass ein Soldat einem anderen am Hintern leckt. Dabei habe der Stabsfeldwebel auch andere Soldaten aufgefordert, Geld zu wetten, sagte der Oberstaatsanwalt.

Dem 33-jährigen Kompaniechef wird vorgeworfen, bei einer Feier von Unteroffizieren mit perversen Praktiken nicht eingeschritten zu sein. Bei dieser Feier soll der Stabsfeldwebel einem Unteroffizier eine Dattel in den Hintern gesteckt und anschließend mit einem Paddel auf das Gesäß geschlagen haben.