Ostdeutschlands Einwohnerzahl soll bis 2020 um zehn Prozent schrumpfen

Prognose

Die neuen Länder werden einer Prognose von Wirtschaftsexperten zufolge in den kommenden Jahren knapp eineinhalb Millionen Einwohner verlieren. Bis zum Jahr 2020 rechnen die Forscher nur noch mit rund 12 Millionen Einwohnern im Osten Deutschlands, wie aus dem am Dienstag an Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) übergebenen Gutachten hervorgeht, das vom Wirtschaftsforschungsinstitut Halle (IWH) zusammen mit dem ifo-Institut und der TU Dresden erstellt wurde. Ende 2005 lebten in Ostdeutschland (ohne Berlin) nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 13,34 Millionen Menschen.

Insbesondere bei der erwerbsfähigen und hoch qualifizierten Bevölkerung erwarten die Forscher einen Rückgang. Räumlich dürften vor allem die Randregionen betroffen sein. Nach Auffassung der Forscher könnte sich durch die demografische Entwicklung die Arbeitsmarktlage für Personen mit Berufsabschluss "deutlich entspannen", hieß es.

Zugleich warnten die Forscher, dass sich die Probleme mit dem Auslaufen des Solidarpakts II ab 2019 verschärfen könnten. Glos forderte die neuen Länder dazu auf, die Solidarpakt-Mittel "nicht für konsumptive Ausgaben zu verschwenden". Es sei "unbedingt erforderlich, mittels einer korrekten Verwendung dieser Mittel die verbleibende Zeit für Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung zu nutzen", so der CSU-Politiker.