Früherer Regierungssprecher wehrt sich gegen Vorwurf der Vetternwirtschaft

"Zum goldenen Hirschen"

Der frühere stellvertretende Regierungssprecher Hans-Hermann Langguth weist die Unions-Kritik an seinem Wechsel zur Werbeagentur "Zum goldenen Hirschen" zurück. Der Vorwurf des CDU-Haushaltsexperten Steffen Kampeter, dass die künftige Tätigkeit für die Werbeagentur den "Geruch von Vetternwirtschaft" habe, entbehre jeder Grundlage, so Langguth am Donnerstag in Berlin. Die "Rheinische Post" hatte berichtet, dass die Agentur nach Regierungsangaben während Langguths Zeit als Vizechef des Bundespresseamtes von 2002 bis 2005 Aufträge in Höhe eines "zweistelligen Millionenbetrages" erhalten habe. Zuvor hatte die Agentur bereits im Bundestagswahlkampf 2002 für die Grünen gearbeitet, deren Pressesprecher Langguth damals war.

Er begrüßte Kampeters Anküdigung, dass sich der Haushaltsausschuss des Bundestages mit dem Vorgang befassen werde. Diese Untersuchung werde die "ungerechtfertigten Vorwürfe ad absurdum führen".

Langguth behauptete, es gebe keinen Zusammenhang zwischen Auftragsvergaben des Bundespresseamtes sowie einzelner Bundesministerien und seiner künftigen Tätigkeit. Die Unterstellung, er hätte Aufträge an seinen künftigen Arbeitgeber vergeben, sei "irreführend". Der Rahmenvertrag des Bundespresseamtes mit der Werbeagentur sei nach einer europaweiten Ausschreibung und auf Basis eines "objektiven Bewertungsverfahrens" vergeben worden.

Kampeter hingegen findet es "nicht richtig, dass man erst Aufträge an Unternehmen vergibt, zu denen man dann später als Gesellschafter wechselt". Die Union wolle den Fall näher untersuchen und habe im Haushaltsausschuss des Bundestags eine Übersicht über die Zusammenarbeit der rot-grünen Bundesregierung mit dem "Goldenen Hirschen" angefordert.