Luftwaffe bereitet Kriegseinsatz der Tornados in Afghanistan vor

US-Militärflugplatz Bagram

Ein Team von 18 Offizieren der Luftwaffe wird am Samstag nach Afghanistan fliegen, um einen geeigneten Stationierungsort für mögliche Einsätze von sechs Tornado-Aufklärungsjets zu erkunden. Die Offiziere sollen bis zum 27. Januar prüfen, ob die Tornados auf dem amerikanischen Militärflugplatz Bagram nordwestlich der afghanischen Hauptstadt Kabul, auf dem Stützpunkt der Bundeswehr Mazar-i-Sharif im Norden des Hindukusch oder in Kabul selbst stationiert werden sollen. Bis zum 29. Januar sollen die Offiziere der Bundeswehrführung ihren Vorschlag unterbreiten. Die Luftwaffe präferiert offenbar Bagram.

Die Prüfung sei die Voraussetzung für die abschließende Entscheidung der Bundesregierung für die Entsendung der Flugzeuge, heißt es in der Weisung des Verteidigungsministeriums. Am 26. Januar beschäftigt sich die Außenministerkonferenz der NATO in Brüssel mit dem möglichen Einsatz der Tornados. Danach soll der Bundestag ein neues Mandat erteilen. Der Einsatz soll im Mai beginnen. Er wird bis Jahresende voraussichtlich 60 Millionen Euro kosten.

Die Luftwaffe wird sich voraussichtlich für Bagram entscheiden, weil es dort die "besten Möglichkeiten" für die Stationierung der "Tornados" gebe. Kabul sei dagegen vor allem ein Zivilflughafen, während in Mazar-i-Sharif die geeigneten Möglichkeiten zur Unterbringung für die Aufklärungsmaschinen mit den empfindlichen Kameraeinrichtungen fehlen würden. Aufklärungs-Flugzeuge dienen in Kriegen der Zielbestimmung für die Bombardierung, die dann durch andere Flugzeuge vorgenommen wird.