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Protest gegen Verbrennung australischen Giftmülls in Deutschland

Brunsbüttel, Leverkusen, Dormagen & Herten

Nach Angaben der Coordination gegen BAYER-Gefahren (CBG) und der Steinburger Grünen soll hochgiftiges Hexachlorbenzol (HCB) auf dem Seeweg von Australien bis nach Brunsbüttel geschafft und in Deutschland verbrannt werden. Die Verbrennung der Chemikalie sei in einer Müllverbrennungsanlage der Firma Remondis in Brunsbüttel sowie in Verbrennungsöfen in Leverkusen, Dormagen und Herten geplant. Dieser Giftmülltransport stellt nach Auffassung der Kritiker einen "neuen, erschütternden Entfernungsrekord" dar. Auch gebe es in Australien nach Darstellung dortiger Umweltschützer "erprobte Verfahren" zur Beseitigung des Chemiemülls mit deutlich weniger Gefahrstoffen, als bei einer Verbrennung in Deutschland.

Vor der Gefahr, dass Brunsbüttel mit seiner Verbrennungsanlage SAVA "zum Drehkreuz internationaler Giftmülltransporte" werden könne, haben die Steinburger Grünen nach Aussage von Jürgen Ruge schon vor deren Bau der Anlage zur Mitte der neunziger Jahre gewarnt.

Nicht mehr nur die Verbrennung von regionalem Sondermüll stehe seither im Mittelpunkt der Verbrennungsanlage, sondern "auch die Beseitigung von Giftstoffen, die aus der ganzen Welt nach Brunsbüttel transportiert werden". Damit solle die Wirtschaftlichkeit der Anlage gewährleistet werden, die derzeit eine Jahreskapazität von 35.000 Tonnen aufzuweise.

Der australische "giftige Chemie-Altlast" bedroht den Angaben zufolge seit 30 Jahren das Grundwasser der Millionenstadt Sydney. Verursacher sei die dort ansässige Firma ORICA. Australische Umweltschützer würden seit Jahren fordern, das krebserregende HCB umweltschonend im eigenen Land zu beseitigen.

Jetzt sei jedoch geplant 22.000 Tonnen des Giftmülls mit dem Schiff "rund um den Erdball" von Sydney nach Brunsbüttel zu transportieren, wozu auch ein "Tankstopp in Südafrika" erforderlich sei. Rund ein Drittel der Chemikalie solle in der Brunsbütteler Anlage verbrannt werden.

Die übrige Menge solle in Brunsbüttel nur zwischengelagert und anschließend in die nordrhein-westfälischen Verbrennungsöfen von Leverkusen, Dormagen und Herten transportiert werden. Die Müllöfen in Dormagen und Leverkusen gehörten dem Bayer-Konzern.

"Es ist nicht hinnehmbar, dass dieser Giftmüll aus dem technologisch hoch entwickelten Australien ausgeführt wird und man mit dem Transport unberechenbare Risiken auf See, beim Umladen, Zwischenlagern und beim Transport auf Schiene und Straße eingeht", so Ruge. "Der erst vor wenigen Wochen verunglückte Güterzug bei Tornesch hat deutlich gemacht, dass folgenschwere Unfälle aufgrund kleinster Ursachen geschehen können."

Nach Darstellung von Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren schreibt die Baseler Konvention zur Entsorgung gefährlicher Abfälle "eine erzeugernahe Entsorgung von Gefahrstoffen" vor. Diese sei bei einem Transportweg von 16.000 Kilometern in keinster Weise gegeben. "Die kommerziellen Interessen von Remondis und Bayer müssen hinter dem Gesundheitsschutz der Bevölkerung zurückstehen", fordert er. Doch lockt offenbar ein gutes Geschäft: "Bayer will bei dem Geschäft drei Millionen Euro einnehmen", so Mimkes.

Die Kritiker fordern, dass Politik und Behörden "in der brisanten Angelegenheit" aktiv werden und die Pläne für Transport und Verbrennung stoppen. Sollte Hexachlorbenzol hier verbrannt werden, wäre ihres Erachtens "ein giftiges Erbe für kommende Generationen garantiert". Neben erhöhten Emissionen würden große Mengen hochbelasteter Filterstäube und Schlacken anfallen, die langfristig auf Deponien gelagert werden müssten.

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