Dient die "Aufklärung" der "Tornados" in Afghanistan der Bombardierung?

"Kampfauftrag"

Der "Tornado"-Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ist nach Aussage von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) kein Kampfeinsatz. Jung sagte dem "Nordkurier", bei dem Einsatz gehe es "um Aufklärung." Einen Kampfauftrag lehne er ab. Die NATO habe auch lediglich die Aufklärungsfähigkeit von Deutschland angefordert. Der außenpolitische Experte der Links-Fraktion, Wolfgang Gehrcke, warf der Bundesregierung Täuschung vor. Es bleibe eine Tatsache, dass den Aufklärungsfahrzeugen Bombeneinsätze folgten.

Die Aufklärungsergebnisse der "Tornados" sollen laut Bundesregierung zwar nur dann an Truppen der Anti-Terror-Operation "Enduring Freedom" weitergeleitet werden, wenn dies für die "erfolgreiche Durchführung der ISAF-Operation oder für die Sicherheit von ISAF-Kräften erforderlich ist". Allerdings würden sowohl die Einsätze der ISAF und der Operation-"Enduring Freedom"-Kräfte von der selben übergeordneten Stelle koordiniert. Über diesen Weg gelangten die Aufklärungsergebnisse an die US-Streitkräfte.

"Schon wieder einmal und immer wieder: Tricksen, Täuschen, Tarnen ist und bleibt das Motto der Bundesregierung für den Militäreinsatz der Bundeswehr in Afghanistan", meint Gehrcke. Die Aufklärung durch die Tornados diene nachfolgenden Bombeneinsätzen.

Deutscher Verteidigungsmiinister: 2000 Selbstmordanschläge im Frühjahr

Jung sagte, dass die "Tornados" auch die Sicherheit der deutschen Soldaten in Afghanistan erhöhten. Für das kommende Frühjahr seien 2000 Selbstmordanschläge in Afghanistan "angekündigt", so der Minister. Da helfe Aufklärung.

Der Bundestag wird voraussichtlich am 28. Februar in erster Lesung über das neue "Tornado"-Mandat beraten.