Umweltverbände kritisieren neue Holz-Beschaffungsregelung des Bundes

Waldbewirtschaftung

Die Bundesverwaltung soll künftig nur noch Holz und Holzprodukte aus nachweislich legaler und nachhaltiger Waldbewirtschaftung beschaffen. Das sieht eine neue Beschaffungsregelung der Bundesregierung vor. Der WWF und Greenpeace sehen darin allerdings keinen Beitrag zum Schutz der Wälder. Kern der Kritik ist, dass künftig sowohl die Zertifikate des FSC (Forest Stewartship Council) als auch des PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) als gleichwertige Nachweise für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung dienen sollen. Das Bundesumweltministerium gab zudem an, weitere vergleichbare Nachweise zuzulassen.

Nach Ansicht der WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer garantiert das PEFC-Siegel keine "ausreichend scharfen Kriterien für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung". Die Bundesregierung habe ein "Schein-Siegel zugelassen".

Wer PEFC-Produkte kaufe, könne "nicht sicher sein, dass diese aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammen", so Griesshammer. Laut Greenpeace könnte mit Holz mit PEFC-Siegel auch aus Urwaldgebieten stammen. Damit könne kein Schutz indigener Völker gewährleistet werden. Letztlich entstünde der deutschen Forstwirtschaft durch billige Raubbau-Importe Schaden.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel wertete die neuen Beschaffungsregelung hingegen als "deutliches Zeichen gegen Raubbau und illegalen Holzeinschlag". Den zugelassenen Zertifizierungssystemen werde kein Blankoscheck ausgestellt, bei schwerwiegenden Mängeln könnten die Zertifizierungen jederzeit ausgeschlossen werden. Die Regelung sei zunächst auf vier Jahre befristet und werde zwischenzeitlich einer "eingehenden Bewährungsprüfung unterzogen".