Bundespräsident Köhler kritisiert Automobilindustrie

Selbstverpflichtungen

In der Debatte über die Entwicklung umweltfreundlicherer Autos hat Bundespräsident Horst Köhler die deutsche Automobilindustrie und die Politik scharf kritisiert. Die Auto-Konzerne hätten "mit Blick auf die ökologische Entwicklung dieser Erde kein Ruhmesblatt geschrieben", bemängelte Köhler in einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit der "Zeit". Die Situation sei ähnlich wie bei der Einführung des Katalysators: Die Industrie gehe Selbstverpflichtungen ein, halte sich aber nicht daran.

"Offensichtlich hat die Selbstverpflichtung nicht funktioniert. Und der Staat hat keinen Mumm gehabt, etwas deutlichere Vorgaben zu machen", kritisierte das Staatsoberhaupt.

Unternehmen und Staat müssten sich aber Gedanken machen, wie man Kundenwünsche so wecke und handhabe, dass sie mit Umweltzielen vereinbar seien. "Der Staat darf sich nicht scheuen, vorausschauend Ziele zu setzen, und die Industrie muss darauf antworten. Der Markt allein wird es nicht richten", sagte der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Bundespräsident Köhler.