Atomkraftwerk Biblis wird noch mehrere Monate keinen Strom produzieren

3 weitere Vorkommnisse

Das vom Energiekonzern RWE betriebene Atomkraftwerk Biblis wird noch mehrere Monate abgeschaltet bleiben. Das teilte die Kraftwerksleitung am Mittwoch in Biblis mit. Ein Sprecher der Betreiberfirma RWE Power wollte sich auf Nachfrage nicht auf einen möglichen Termin für das Hochfahren des Meilers festlegen. Grund für den Stillstand sind tausende falsch montierter Dübel in dem südhessischen Atomkraftwerk. Der Mangel war erst bei einer Mitte September begonnenen Revision von Block A entdeckt worden. Wegen der fehlerhaften Dübel nahm RWE Mitte Oktober auch Block B vom Netz. Trotz des monatelangen Stillstands der beiden Atomkraftwerksblöcke gingen in Hessen die Lichter bislang nicht aus. Jetzt gab es in Biblis drei weitere Vorkommnisse.

Wie RWE und das hessische Umweltministerium knapp mitteilten, trat am 2. Februar an einem Notstromdiesel in Biblis A bei einem Funktionstest eine Störung auf. Bei der "sicherheitstechnisch wichtigen Komponente" kam es zu einer Leckage an einer Entlüftungsleitung des Motorkühlers, wodurch Kühlwasser des Notstromdiesels austrat.

Die mit einer Schraubverbindung befestigte Entlüftungsleitung hatte sich gelöst. Die Reparatur der für die Notstromversorgung wichtigen Komponente dauerte nach RWE-Angaben 3 Stunden.

Biblis B: Schäden an Kernbehälter und an Wärmetauschern

Im benachbarten Atomkraftwerksblock Biblis B wurden den Angaben zufolge am 1. Februar an 13 Schrauben des Kernbehälters "Befunde" festgestellt. Die Schrauben fixieren laut RWE die Bleche des Kernbehälters, in dem sich die Brennelemente befinden. Die Ursachen für die Schäden ist bislang offenbar unbekannt.

Am 2. Februar wurden in Biblis B zudem Schäden an einem Wärmetauscher eines sicherheitstechnisch wichtigen Kühlkreislaufs festgestellt. Laut RWE wurde an sieben Wärmetauscherrohren die "die Mindestwandstärke unterschritten", so dass diese Rohre verschlossen werden mussten. Der Atomkraftwerksbetreiber behauptet, dass dadurch die Funktionsfähigkeit des Wärmetauschers nicht beeinträchtigt sei.

Die sicherheitstechnische Relevanz der drei Vorkommnisse im Atomkraftwerk Biblis wurde weder seitens der Betreibergesellschaft RWE noch seitens des Umweltministeriums erläutert.