IG Metall kündigt harten Widerstand gegen Konzernpläne an

Airbus-Sanierung

Arbeitnehmervertreter der gefährdeten deutschen Airbus-Werke haben weitere Proteste gegen die Sanierungspläne des Flugzeugherstellers angekündigt. IG-Metall-Bezirksleiterin Jutta Blankau stellte am Donnerstag in Hamburg harten Widerstand in Aussicht. Zuvor hatte Blankau mit den Betriebsratsvorsitzenden aller sieben deutschen Werke das weitere Vorgehen besprochen. Dem Programm zufolge sollen bei Airbus in den nächsten vier Jahren 10.000 Stellen der europaweit 57.000 Arbeitsplätze wegfallen, davon 37.00 in Deutschland. Die Werke in Varel und Laupheim mit 1.350 beziehungsweise 1.200 Mitarbeitern sollen möglicherweise verkauft werden. Für das Werk in Nordenham mit 2.300 Beschäftigten wird nach Angaben von Airbus ein Partner gesucht.

Neben den niedersächsischen Werken Varel und Nordenham sowie dem baden-württembergischen Standort Laupheim ist nach Einschätzung von Gewerkschafterin Blankau auch die Niederlassung Buxtehude bei Hamburg mit knapp 400 Mitarbeitern durch die Pläne "ein wenig in Frage gestellt".

Gesamtbetriebsratschef Rüdiger Lütjen sagte, die deutschen Werke seien hocheffizient, der Fertigungsverbund funktioniere. Airbus habe kein Personalproblem. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass man die A380-Probleme durch den Verkauf von Varel oder Laupheim lösen kann", sagte er mit Blick auf das Großraumflugzeug. Lütjen gab sich zuversichtlich, dass der Plan "Poewer8" "nicht eins zu eins umgesetzt" wird und kündigte an, um jeden Arbeitsplatz zu kämpfen.

Am Donnerstag protestierten erneut mehrere tausend Mitarbeiter der Airbus-Werke Nordenham, Varel und Laupheim mit Arbeitsniederlegungen gegen die Absichten der Konzernführung. Der Betrieb ruht dort seit Bekanntgabe der Sanierungspläne am Mittwochnachmittag.