Umweltschützer kritisieren "Monster-LKW"

Ausnahmegenehmigungen für DaimlerChrysler

Der Landesverband Baden-Württemberg des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordert, dass "Monster-LKW", die über 40 Tonnen wiegen beziehungsweise bis zu 25,25 Meter lang sind, nicht zugelassen oder weiter getestet werden dürfen. Nach Ansicht der Umweltschützer ist diese neue Lkw-Klasse "umweltschädlich, teuer und gefährlich". "Der Einsatz dieser Fahrzeuge ist ökologisch und ökonomisch unvernünftig und widerspricht allen Bemühungen um einen besseren Klimaschutz und mehr Nachhaltigkeit", meint die BUND-Landesvorsitzende Brigitte Dahlbender. In einem Schreiben an den baden-württembergischen Innenminister Heribert Rech und Umweltministerin Tanja Gönner verlangt sie, den auf ein Jahr befristeten Modellversuch im DaimlerChrysler-Werkverkehr zwischen Untertürkheim und Sindelfingen nicht zu verlängern und "keine weiteren Ausnahmegenehmigungen zu erteilen".

Darüber hinaus solle sich die Landesregierung auf der Verkehrsministerkonferenz im April eindeutig gegen die Zulassung von Riesen-Lkw aussprechen, so Dahlbender. Der Einsatz von "Riesen-Lkw" würde ihres Erachtens die Umwelt noch stärker belasten als bisher, weil dadurch allein im kombinierten Güterverkehr bis zu 14 Millionen Tonnen Fracht von der Schiene auf die Straße verlagert werden würden.

Der BUND befürchtet, dass der Einsatz von "Monster-Lkw" enorme Kosten für den Ausbau der Straßeninfrastruktur verursachen würde. Allein für die dringendsten Maßnahmen an Brücken schätze das Bundesverkehrsministerium den Mehrbedarf auf 4 bis 8 Milliarden Euro. Diese Kosten würden den Steuerzahlern zusätzlich zu den Umweltfolgekosten aufgebürdet, vermuten die Umweltschützer. Zudem sei mit einem erhöhten Unfallrisiko zu rechnen. Schon heute sei bei jedem fünften tödlichen Straßenverkehrsunfall ein Lkw beteiligt.