Angeklagter beschreibt Misshandlungen in Bundeswehr-Kaserne Coesfeld

"Wasser in Mund gepumpt"

Im Prozess gegen Bundeswehr-Ausbilder hat ein 26-jähriger Stabsunteroffizier zwei Zugführer im Alter von 32 und 33 Jahren belastet. Beide Hauptfeldwebel seien dabei gewesen, als bei einer simulierten Geiselnahme in der "Sandkuhle" der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Coesfeld gefesselte Soldaten mit Wasser bespritzt worden seien, sagte der Mann am Mittwoch vor dem Landgericht Münster aus. Man habe den Wehrpflichtigen die Nase zugehalten und dann Wasser aus der Kübelspritze in ihren Mund gepumpt.

Der 26-Jährige berichtete, die beiden Zugführer hätten ihn angestachelt, mit den Behandlungsmethoden weiter zu machen. Die beiden Hauptfeldwebel hätten derweil Fotos gemacht. Der Angeklagte entschuldigte sich bei den Opfern und betonte, dass ihm das Geschehene leid tue.

Die beiden Zugführer und ihr ehemaliger Kompaniechef hatten zum Prozessauftakt am Montag ausgesagt, dass sie von den Exzessen in der "Sandkuhle" auf dem Truppenübungsplatz und im "Gefangenenkeller" in der Kaserne nichts mitbekommen hätten. In dem Prozess sind 18 damalige Ausbilder angeklagt.