BKA soll "Focus"-Redakteure ausgeforscht haben

"Terrorpapiere"

Bayerische Ermittlungsbehörden und das Bundeskriminalamt (BKA) sollen heimlich Journalisten des Nachrichtenmagazins "Focus" ausgeforscht haben. Das NDR-Magazin "Panorama" berichtete am Mittwoch, die Staatsanwaltschaft München habe zwischen 2002 und 2004 versucht, auf diese Weise undichte Stellen im BKA zu ermitteln. Dabei habe das BKA mit dem Privatdetektiv Werner Mauss als verdecktem Agenten zusammengearbeitet.

Im Zuge der Ermittlungen sei klar geworden, dass es beim "Focus" einen schwunghaften Handel mit geheimen Terrorpapieren gegeben habe, behauptet der NDR. Mauss habe im November 2002 beim BKA eine vertrauliche Aussage zu einer möglichen Terrorgefahr gemacht. Kurz darauf sei er von "Focus"-Redakteuren angerufen worden, die im Besitz der Aussage gewesen seien.

Die Staatsanwaltschaft München habe daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen Geheimnisverrats gegen BKA-Beamte eingeleitet. Gegen Redakteure des Magazins sei wegen Beihilfe ermittelt worden. Dabei seien Millionen von Telefonverbindungen ausgewertet worden, um Kontakte zwischen BKA-Beamten und den Journalisten zu belegen. Es sei aber nicht gelungen, die Beamten zu ermitteln.

Mauss habe zudem den "Focus"-Redakteur Josef Hufelschulte ausgeforscht, berichtete der NDR weiter. Unter anderem habe Hufelschulte Mauss 2002 angeboten, er könne seine vertrauliche Aussage vom Markt kaufen, wenn er deren weitere Verbreitung verhindern wolle. Mauss habe dafür schließlich 4000 Euro gezahlt. Er hat dem Bericht zufolge ausgesagt, er habe von Hufelschulte danach Geheimpapiere für weitere 18.000 Euro gekauft. Der Redakteur habe erklärt, die Papiere stammten von einem Nachrichtenhändler, der sie von korrupten BKA-Beamten habe. Unklar ist laut "Panorama", ob Hufelschulte das Geld selbst erhalten oder weitergeleitet hat.

Das BKA kündigte für Donnerstag eine Stellungnahme an.