Viele Frauenärzte kassieren angeblich zu Unrecht 10 Euro Praxisgebühr

Betrug an Patientinnen?

Viele Frauenärzte verlangen nach einem Bericht des ARD-Wirtschaftsmagazins "Plusminus" zu Unrecht zehn Euro Praxisgebühr für Vorsorgeuntersuchungen. Stichproben bei 30 Praxen in Berlin, Köln und im Rhein-Main-Gebiet hätten ergeben, dass sich 29 nicht an die Bestimmungen hielten, wonach Vorsorgeuntersuchungen per Gesetz von der Praxisgebühr befreit seien. Schon bei der telefonischen Vereinbarung eines Vorsorgetermins bestünden Praxen auf der Gebühr.

Bei ihren Begründungen schreckten viele Ärzte auch vor falschen Aussagen nicht zurück. So werde behauptet, bei einer üblichen Vorsorge dürfe der Arzt kein Gespräch mit der Patientin führen. Das Gespräch sei bereits eine Extraleistung, deshalb werde die Praxisgebühr fällig.

2005 hatte "Plusminus" bereits über den Missstand berichtet. Das Bundesgesundheitsministerium überarbeitete wegen einer unklaren Definition, was zur Beratung zählt, daraufhin die entsprechende Richtlinie. Seitdem sei klargestellt, dass das Patientengespräch fester Bestandteil in der Vorsorge sei und dafür weder ein Extrahonorar noch eine Praxisgebühr erhoben werden dürfe.