Wehrdienstleistender schoss offenbar ohne nachzudenken

Bundeswehr-Ausbildung

Der in den jüngsten Rassismusskandal bei der Bundeswehr verwickelte Wehrdienstleistende schoss mit seinem Maschinengewehr im Rahmen der Ausbildung offenbar ohne nachzudenken. Aus einem im Internet verbreiteten Video-Clip geht hervor, dass ein mittlerweile entlassene Offiziersanwärter im schleswig-holsteinischen Rendsburg den Rekruten am Maschinengewehr aufgefordert hatte, sich Afroamerikaner aus dem New Yorker Stadtteil Bronx als Ziele vorzustellen und beim Schießen mit "Motherfucker" zu beschimpfen. Der Wehrdienstleistende sagte nun gegenüber "stern.de", er habe nicht nicht über die Äußerungen nachgedacht.

"Ich habe den Wortlaut schon mitbekommen", sagte der 21-Jährige. "Doch habe ich in dem Moment nicht darüber nachgedacht, was der Ausbilder da eigentlich gesagt hat." Er habe beim Feuern keinesfalls Afroamerikaner als Ziel im Sinn gehabt.

Er versuchte auch, seinen ehemaligen Ausbilder zu verteidigen. Die in dem Video festgehaltene Szene werde "völlig falsch interpretiert". Er glaube nicht, dass der in seinen Augen nicht rechtsradikal veranlagte Ausbilder den Befehl ernst gemeint habe. Dieser habe unbedacht gehandelt und seine Karriere selbst zerstört.

Die rund eineinhalb Minuten lange Aufnahme war in der vergangenen Woche aufgetaucht und hatte in Deutschland und den USA für Empörung gesorgt.