Weltbankstudie plädiert für mehr öffentlichen Verkehr in Entwicklungsländern

"Klimaschädliche Autoabgase"

Angesichts der Bevölkerungsexplosion in den Entwicklungsländern spricht sich die Weltbank für verstärkte Investitionen in öffentliche Transportmittel aus. Nach der am 24. April in Berlin vorgestellten Weltbankstudie trägt der Ausstoß klimaschädlicher Autoabgase etwa genauso viel zur Erderwärmung bei wie Landnutzung und Entwaldung. Vor allem in China und Indien werde in den kommenden Jahren der Pkw-Verkehr extrem ansteigen. Damit ist laut Studie absehbar, dass bis zum Jahr 2020 Verkehrsunfälle die drittgrößte Todesursache in Entwicklungsländern darstellen werden.

Vinod Thomas, Generaldirektor der so genannten Unabhängigen Bewertungsgruppe IEG, sagte, dass laut jüngsten Schätzungen der Weltbank die Weltbevölkerung in den nächsten drei Jahrzehnten um fast 40 Prozent wachsen werde, zumeist in den Entwicklungsländern. "Neue Lösungsansätze für besseres Verkehrsmanagement müssen gefunden werden, um mehr Sicherheit, Gesundheit und eine sauberere Umwelt zu erreichen", meint der Weltbank-Experte. Zur Verbesserung der Luftqualität würden "innovative Transportlösungen" für Millionenstädte gebraucht.

Zugleich plädierte Thomas für die Nutzung von Erfahrungen in Industrieländern, die den privaten Pkw-Verkehr in City-Räumen gezielt reduziert hätten und zugleich auf einen Ausbau von öffentlichen Transportmitteln setzten. Zudem müsse verstärkt auf die Wartung von Überlandstraßen geachtet werden.

Ferner wird eine Privatisierung von Flug- und Seehäfen gefordert, zur Kostensenkung, wie es heißt.