Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

EU-Kommission genehmigte Übernahme der MyTravel Group durch KarstadtQuelle

"Horizontale Überschneidungen"

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme des britischen Reise-Unternehmens MyTravel Group PLC durch die deutsche KarstadtQuelle AG genehmigt. Die Komission sei zu dem Schluss gelangt, dass die geplante Übernahme "den wirksamen Wettbewerb" im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) oder wesentlichen Teilen desselben "nicht nennenswert" beeinträchtigen werde. Ganz so eindeutig war die Bewertung in der Kommission aber offenbar nicht. Denn andererseits teilte die EU-Behörde mit, dass es durch die geplante Übernahme "zu horizontalen Überschneidungen kommen" werde.

Die KarstadtQuelle AG zählt laut Kommission zu den größten europäischen Kaufhausketten und Versandhandelsunternehmen. Eines ihrer Tochterunternehmen sei die Thomas Cook Group, ein Reiseunternehmen, das Flüge, Hotelvermittlung, Pauschalreisen und Reisebürodienste anbiete. KarstadtQuelle sei unter anderem in Belgien, Frankreich, Irland, in den Niederlanden, in Österreich, Polen, Ungarn und im Vereinigten Königreich tätig.

Bei MyTravel handele es sich um einen multinationalen Reisekonzern, der hauptsächlich in den Bereichen Charterflüge, Pauschalreisen und Reisebürodienste für Kunden aus dem Vereinigten Königreich, Irland, Nordeuropa and Nordamerika tätig sei.

"Durch die geplante Übernahme wird es zu horizontalen Überschneidungen kommen, besonders was das Angebot an Pauschalreisen im Vereinigten Königreich und Irland betrifft", so die Kommission. "Derzeit gibt es im dortigen Reisemarkt vier große vertikal integrierte Reiseanbieter (Thomas Cook, MyTravel, TUI und First Choice), eine große Anzahl kleinerer unabhängiger Anbieter für Kurzstreckenreisen sowie einige mittelgroße Anbieter für Fernreisen wie Virgin Travel und Kuoni."

Die Untersuchung der Kommission ergab nach offizieller Darstellung, "dass unter Berücksichtigung der Marktanteile aller Anbieter von Kurzstrecken- und Fernreisen im Vereinigten Königreich und in Irland der beabsichtigte Zusammenschluss nicht zu Preiserhöhungen bei den betreffenden Unternehmen führen wird, da sie auch weiterhin mit TUI und First Choice sowie mit zahlreichen kleineren Anbietern von Pauschalreisen konkurrieren müssen".

Darüber hinaus werde die beabsichtigte Fusion "das Risiko der Koordinierung von Preisen oder Leistungen" zwischen den verbleibenden großen Reiseanbietern im Vereinigten Königreich und in Irland nicht sonderlich erhöhen, hofft die Kommission.