DRK-Schwesternschaften skeptisch gegenüber Wettbewerb und Markt in der Pflege

"Kostenfaktoren"

Der Verband der Schwesternschaften beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) fordert menschenwürdigere Pflegebedingungen. "Wettbewerb und Markt dürfen nicht dazu führen, dass kranke Menschen als Kostenfaktoren gesehen werden und professionell Pflegende als ökonomische Last", sagte Verbandspräsidentin Sabine Schipplick am 30. Mai. Der Verband begeht in Berlin sein 125-jähriges Bestehen.

Schipplick fordert eine Ausweitung der Pflegeversicherung auf gravierende geriatrische Krankheitsbilder. Nur so könnten Demenzkranke bedarfsgerecht und menschenwürdig betreut und gepflegt werden. Die Verbandspräsidentin verwies darauf, dass die Zahl Demenzkranker von heute eine Million bis 2050 auf voraussichtlich 2,3 Millionen Menschen steigen werde.

Auch die starre Einteilung in Pflegestufen werde den pflegebedürftigen Menschen nicht gerecht, meint Schipplick. Notwendig seien "fließende Übergänge", die den individuellen Pflegebedarf berücksichtigten.

Der Verband der Schwesternschaften vom DRK e.V. vertritt bundesweit 34 DRK-Schwesternschaften mit rund 21 000 Rotkreuzschwestern. Zum Verband gehören bundesweit unter anderem 69 Schulen für Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege sowie 28 Krankenhäuser.