"Im Nachhinein ist man klüger"

Oettinger

Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) bedauerte erneut seine Filbinger-Rede und warb um Verständnis für die damalige Situation. "Ich war geprägt davon, dass ich den fünf Kindern von Hans Filbinger und den 15 Enkelkindern am Sarg des Opas" ein "positives Lebenswerk darstellen wollte", sagte der CDU-Politiker am Mittwoch in der N24-Sendung "Links-Rechts". Dabei habe er die Zeit von Hans Filbinger im Zweiten Weltkrieg "gefärbt und in eine einseitige Wertung gebracht".

Dies tue ihm leid und dafür habe er sich entschuldigt, so der CDU-Politiker. Auch bereue er es, bei der Vorbereitung seiner Filbinger-Würdigung keine Hilfe von Schriftstellern wie Martin Walser in Anspruch genommen zu haben: "Im Nachhinein ist man klüger."

Oettinger hatte seinem Amtsvorgänger Hans Filbinger in der Trauerrede bescheinigt, "kein Nationalsozialist" gewesen zu sein, sondern eher "ein Gegner des NS-Regimes". Das hatte zu politischen Proteststürmen geführt.