Deutschland will 350 irakische Soldaten ausbilden

"Weitere materielle Unterstützung"

Deutschland stockt seine "Irak-Hilfen" drastisch auf und will noch in diesem Jahr 350 irakische Soldaten ausbilden. Damit verdoppelt sich die Zahl der von der Bundeswehr ausgebildeten irakischen Soldaten auf insgesamt 700 Soldaten. Zudem sicherte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) seinem irakischen Amtskollegen Abdul Qadir al-Obeidi am 9. Mai bei dessen Besuch in Berlin weitere materielle Unterstützung zu. Vorgesehen ist seinen Angaben zufolge die Lieferung von 100 LKW, 20 schweren LKW sowie 33 Sanitätsfahrzeugen.

Die Ausbildung soll in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie in Deutschland an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg erfolgen. Al-Obeidi dankte für die Unterstützung. Für Jung leistet Deutschland damit einen "wichtigen Beitrag zur Stabilisierung und friedlichen Entwicklung im Irak".

Zugleich lehnte Jung Forderungen aus der Unions-Fraktion ab, den bisherigen Grundsatz der Bundesregierung, nur außerhalb der irakischen Grenze tätig zu werden, wie bei der Ausbildung irakischer Polizisten, "kritisch" zu prüfen. Das hatte vor wenigen Tagen der Unions-Außenexperte Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) gefordert und angeregt, sich verstärkt beim wirtschaftlichen und politischen Aufbau des Landes direkt zu engagieren.