EU soll Exportverbot für Quecksilber beschließen

Gehirnschäden

Der Deutsche Naturschutzring (DNR) fordert die EU-Umweltminister auf, den Export von Quecksilber zu verbieten. Das Verbot müsse auch für Produkte gelten, die Quecksilber enthalten und innerhalb der EU nicht verkauft werden dürfen. "Es ist absurd, gefährliche Produkte bei uns aus dem Verkehr zu nehmen, aber den Export in andere Länder weiterhin zu erlauben", meint DNR-Präsident Hubert Weinzierl. "Quecksilber breitet sich über Wasser und Luft weltweit aus und landet am Ende auch wieder bei uns, ganz egal, wo es freigesetzt wird." Am 13. Juni beginnen in Brüssel die Verhandlungen zu diesem Thema.

Nach Angaben der Umweltschützer reichert sich Quecksilber in der Nahrungskette an "und schädigt am Ende uns Menschen". Die EU-Kommission warne daher Kinder und schwangere Frauen, mehr als 100 Gramm Tunfisch oder Hecht pro Woche zu verzehren, da diese besonders stark mit gefährlichem Methyl-Quecksilber belastet seien. Das Schwermetall sei nervenschädigend und könne vor allem bei Kindern bleibende Schäden im Gehirn verursachen. Daher muss der Export von Quecksilber nach Überzeugung des DNR schnell und umfassend verboten werden.

Anfallendes flüssiges Quecksilber soll nach Auffassung der Umweltschützer "kontrolliert zwischengelagert werden". Auf keinen Fall dürften die 12.000 Tonnen Restbestände aus Chlor-Anlagen in einem zentralen Salzstock - etwa in Norddeutschland - endgelagert werden, so wie es einige Vorschläge vorsähen. Auch über dieses Thema würden die EU-Umweltminister beraten.

In Zukunft müssten Techniken entwickelt werden, flüssiges Quecksilber wieder in Gestein zu binden, so dass es weniger flüchtig und gefährlich für die Umwelt ist, fordert Weinzierl. So lange dürfe es aber keine "abschließende" Lagerung geben. Das Quecksilber müsse auf jeden Fall zurückgeholt werden können, "anstatt es zu vergraben und zu vergessen".