Kampfeinsätze der Bundeswehr in Afghanistan wahrscheinlich

NATO-General

Die NATO und die Bundeswehr müssen sich nach Ansicht des NATO-Generals Egon Ramms verstärkt auf Kampfhandlungen in Afghanistan einstellen. "Es muss allen politischen und militärischen Entscheidungsträgern eindeutig klar sein, dass die ISAF-Mission in Afghanistan - und damit meine ich das ganze Land - gefährlich ist", sagte Ramms, der als Befehlshaber des Allied Joint Force Command im niederländischen Brunssum den Einsatz der internationalen Afghanistan Schutztruppe ISAF leitet, der Düsseldorfer "Rheinischen Post". Kampfhandlungen könnten überall erforderlich werden.

Im Land gebe es "erste Erfolge", behauptete Ramms. "Sie müssen weiter ausgebaut werden, auch gegen Widerstände, die in der Konsequenz Kampf bedeuten können", fügte er hinzu.

Zugleich mahnte der Bundeswehrgeneral an, dass die Teilnehmerstaaten ihre Zusagen einhalten und die versprochenen Soldaten auch zur Verfügung stellen sollten. Die Zusammenstellung der Kräfte sei oft langwierig und zeitweise frustrierend. Einerseits werde der politische Wille zum ISAF-Einsatz proklamiert. Der konkrete militärische Beitrag entspreche dem dann aber nicht immer.

Jung geht von Verlängerung des deutschen Afghanistan-Einsatzes aus

Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) rechnet mit einer Verlängerung des deutschen Bundeswehreinsatzes in Afghanistan. Er gehe davon aus, dass das ISAF-Mandat, aber auch die anderen Mandate wie der Einsatz der "Tornado"-Aufklärungsflugzeuge verlängert würden, sagte Jung am 15. Juni im Deutschlandfunk.

Der "Tornado"-Einsatz sei "sehr erfolgreich", und es werde generell unterstrichen, welch "positive Wirkung" er habe. Es habe bis jetzt noch keine offizielle Anforderung gegeben. Er gehe aber davon aus, dass aus der NATO der Wunsch einer Verlängerung an die deutsche Regierung herangetragen werde, so Jung. Der "Tornado"-Einsatz ist derzeit bis Mitte Oktober befristet.

Derzeit tagen die Verteidigungsminister der NATO in Brüssel.