Kinder bei Luftangriff in Afghanistan getötet

"Feigheit der Kämpfer"

Bei einem Luftangriff der US-geführten Truppen in Afghanistan wurden offenbar sieben Kinder und mehrere gegnerische Soldaten getötet. Die Streitkräfte der "Operation Enduring Freedom" (OEF) entschuldigten sich einerseits für die Bombardierung, machten aber die afghanischen Kriegsgegner - im westlichen Sprachgebrauch handelt es sich um "Kämpfer", nicht um gegnerische Soldaten - für den Tod der Kinder verantwortlich. "Wir bedauern, dass Unschuldige ihr Leben aufgrund der Feigheit der Kämpfer verloren haben", so die US-Armee. Man habe übersehen, dass sich in dem bombardierten Gebäudekomplex auch eine Schule befunden hätte.

Nach Darstellung der US-Armee galt die Bombardierung einem Versteck von "al-Qaida-Kämpfern" im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet. Die Armee behauptete, das Areal einen Tag lang beobachtet und keinen Hinweis darauf gehabt zu haben, dass sich Kinder in der Schule aufhielten.

In den vergangenen Monaten starben immer wieder Gruppen von Zivilisten bei Luftangriffen der US-Armee in Afghanistan. Diese Vorfälle haben die antiwestliche Stimmung im Land stark ansteigen lassen.

Die von den USA geführten Truppen haben Afghanistan im Jahr 2001 militärisch angegriffen und die Taliban-Regierung gestürzt. Der Angriffskrieg wurde mit den Geschehnissen des 11. September 2001 gerechtfertigt. Seit Jahren tobt ein Krieg zwischen den - zum Teil als "ausländische Invasoren" kritisierten - westlichen Truppen und dem offenbar sehr heterogenen afghanischen Widerstand, der manchmal auch als "Volksaufstand" bezeichnet wird. Im Sprachgebrauch westlicher Militärs handelt es sich um "al-Qaida-Kämpfer" und "Taliban".

In den 1980er Jahren sollen die Taliban vom US-Geheimdienst CIA im Krieg gegen die damalige Besatzungsmacht Afghanistans, der Sowjetunion, unterstützt und mit aufgebaut worden sein.