Hessen und Hamburg wollen Gesetz für kontrollierte Heroin-Abgabe

"Beachtliche Erfolge"

Hessen und Hamburg wollen die in sieben deutschen Großstädten erprobte Behandlung Schwerstabhängiger mit dem synthetischen Heroin-Präparat Diamorphin gesetzlich absichern. Die beiden Länder planen, dazu eine Initiative in den Bundesrat einzubringen. Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger und Hamburgs Gesundheitssenatorin Birgit Schnieber-Jastram (beide CDU) begründeten den Vorstoß am 19. Juni damit, dass die bisher vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erteilten Ausnahmegenehmigungen für das Projekt lediglich eine Übergangslösung seien.

Lautenschläger und Schnieber-Jastram betonten zugleich, dass das seit 2002/2003 unter anderem in Hamburg und Frankfurt am Main laufende Modellprojekt beachtliche Erfolge erzielt habe. Durch die Diamorphin-Behandlung seien Opiatabhängige erreicht worden, bei denen alle andere Therapiemaßnahmen versagt hätten.

Eine gesetzliche Regelung für die Diamorphin-Abgabe sei zwingend erforderlich, um einheitliche Qualitätsstandards bei der Behandlung zu ermöglichen, hieß es. Nach den Vorstellungen Hessens und Hamburgs soll die Diamorphin-Abgabe eng begrenzt und zudem streng kontrolliert werden. Uneingeschränktes Behandlungsziel müsse sein, die Abhängigen schrittweise von Drogen loszubekommen.

Die Gesetzesinitiative der beiden Länder soll möglichst in der ersten Sitzung des Bundesrats nach der Sommerpause behandelt werden.