Barroso will bei Grönland-Besuch Folgen des Klimawandel erleben

"Veränderungen bereits heute spürbar"

EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und der dänische Ministerpräsident Fogh Rasmussen wollen vom 24. bis 26. Juni Grönland besuchen, um sich persönlich von den Folgen des Klimawandels zu überzeugen. Zugleich wollen sie deutlich machen, "wie ernst es der Europäischen Union mit der Intensivierung der Bekämpfung des Klimawandels ist". Der Kommissionspräsident weiß breits, was ihn bei seinem Besuch erwartet: "Grönland ist vom Klimawandel mit am stärksten betroffen, denn die damit verbundenen dramatischen Veränderungen sind dort bereits heute spürbar. Wir werden im wahrsten Sinne des Wortes erleben, wie alles dahin schmilzt, wenn wir jetzt nicht handeln, und zwar nicht nur im Interesse Grönlands, sondern auch im Interesse Europas, ja der gesamten Welt. Das muss man mit eigenen Augen gesehen haben."

Barroso möchte eigenen Angaben zufolge "soviel wie möglich bei diesem Besuch lernen, der mir dabei helfen soll, andere davon zu überzeigen, dass der Klimawandel ein globales Problem ist, das globale Lösungen erfordert, und zwar nicht erst in zehn oder zwanzig Jahren, sondern jetzt", so der Kommissionspräsident.

Die G8-Staaten hätten sich darauf geeinigt, bis 2009 eine globale Einigung zu erzielen, so Barroso.

Diese Verpflichtung sei ein wichtiger Impuls für die Verhandlungen der Vereinten Nationen über den Klimawandel, die im Dezember 2007 in Bali beginnen "und die 2009 in Kopenhagen hoffentlich mit einer Post-Kyoto-Vereinbarung enden werden".

Während seines Besuchs wird Präsident Barroso mit Ministerpräsident Fogh Rasmussen und Premierminister Enoksen außerdem über die Beziehungen zwischen der EU und Grönland sprechen, insbesondere über Themen wie Wirtschaftsfragen, Meeressäugetiere und EU-Arktispolitik.

Die Europäische Union unterhält vielfältige Beziehungen zu Grönland, obwohl das zu Dänemark gehörende Land die EU bereits vor Jahren wieder verlassen hat. Zu diesen Beziehungen gehören unter anderem ein Partnerschaftsabkommen und ein Fischereiabkommen. Grönland besitzt den ÜLG-Status und gehört damit zu den überseeischen Ländern und Gebieten, die besondere konstitutionelle Bindungen zu EU-Mitgliedstaaten haben.