1200 Hauptschulen in Baden-Württemberg erhalten 300 Lehrer-Assistenten

Pädagogische Hilfskräfte

An baden-württembergischen Hauptschulen sollen künftig nach finnischem Vorbild pädagogische Hilfskräfte die Lehrer beim Unterricht unterstützen. Das Landeskabinett verabschiedete am 26. Juni ein Paket zur Stärkung der Hauptschule, das als Hauptbestandteil die Einführung von "Pädagogischen Assistenten" vorsieht. Nach Angaben von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) sollen die Hilfskräfte als eine Art "Junior-Hauptschullehrer" eingesetzt werden, um etwa Schüler mit Lernschwierigkeiten zu unterstützen. Das Land will für die Neuerung zunächst 300 Vollzeitstellen schaffen, die auf die insgesamt 1200 Hauptschulen verteilt werden.

Für die Aufgabe kommen unter anderen arbeitslose Absolventen von Pädagogischen Hochschulen in Frage. Sie sollen nach mehrjähriger Assistenzzeit die Chance auf eine Hauptschullehrer-Stelle mit Verbeamtung erhalten.

Das Paket umfasst auch mehr Deutsch- und Mathematikunterricht, eine Analyse der Schülerkompetenzen in Klasse 7 und regelmäßige Praxiszeiten in Betrieben. Mit dem Konzept, für das jährlich 26 Millionen Euro zur Verfügung stehen sollen, hält die Landesregierung weiter am dreigliedrigen Schulwesen mit Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien fest.

Allerdings ist eine verstärkte Kooperation zwischen Haupt- und Realschulen vorgesehen, etwa durch schulübergreifende Unterrichtsangebote. Kultusminister Helmut Rau (CDU) nannte auch eine gemeinsame Schulleitung "wünschenswert".