Kabinett beschließt Beteiligung an EU-Polizeimission in Afghanistan

"Eupol Afghanistan"

Deutschland beteiligt sich mit zunächst 60 Beamten von Bund und Ländern an einer EU-Polizeimission in Afghanistan. Das hat das Bundeskabinett am 6. Juni in Berlin beschlossen, wie Vize-Regierungssprecher Thomas Steg mitteilte. Über die Mission "Eupol Afghanistan" sollen ab Mitte Juni einheimische Polizeikräfte ausgebildet und beraten werden. Ziel sei die Schaffung einer effektiven zivilen Polizei, sagte Steg.

Der auf mindestens drei Jahre angelegte Einsatz umfasst insgesamt knapp 200 Polizei-, Strafverfolgungs- und Rechtsexperten. Leiter der Mission wird der Vizepräsident des Bundespolizeipräsidiums Mitte, Friedrich Eichele, sein. Neben der Mehrheit der EU-Länder nehmen den Angaben zufolge auch einige Drittstaaten teil.

Das Hauptquartier der Operation wird in der afghanischen Hauptstadt Kabul eingerichtet. Die Mehrheit der Eupol-Angehörigen soll jedoch bei den regionalen "Wiederaufbauteams" in den Provinzen stationiert werden.