Neues Kennzeichnungssystem für Sonnenschutzmittel

UV-A & UV-B

Auf der Grundlage einer Empfehlung der Empfehlung der EU-Kommission wird es in diesem Sommer für die Verbraucher ein neues Kennzeichnungssystem für Sonnenschutzmittel geben. "Irreführende Angaben" wie "Sunblocker" oder "völliger Schutz" sollen nach Vorstellung der EU-Kommission keine Verwendung mehr finden, da kein Sonnenschutzmittel in der Lage sei, einen vollständigen Schutz gegen UV-Strahlung zu bieten. Mit einer Informationskampagne in Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten soll die Bevölkerung darüber aufgeklärt werden, "dass es mehrere Gründe gibt, warum die Anwendung von Sonnenschutzmitteln nur eine von mehreren Maßnahmen ist, die zum Schutz vor der UV-Strahlung der Sonne getroffen werden sollten".

Der für Gesundheit zuständige Kommissar Markos Kyprianou sagte, dass Sonnenschutzmittel bei richtigem Gebrauch zum Schutz gegen Hautkrebs beitragen könnten. Sie alleine reichten jedoch nicht aus. "Man sollte sich vernünftigerweise nicht zu lange an der Sonne aufhalten, vor allem nicht in der Mittagszeit, und sich zusätzlich mit Hut und Sonnenbrille schützen", empfiehlt der EU-Kommissar.

Den Angaben zufolge verursacht die UV-B-Strahlung den so genannten Sonnenbrand, die UV-A-Strahlung dagegen führt zur vorzeitigen Hautalterung und zu Störungen des menschlichen Immunsystems. Beide Strahlungsarten tragen laut EU-Komission "stark zur Entwicklung von Hautkrebs bei".

Der so genannte "Sonnenschutzfaktor" beziehe sich nur auf den entsprechenden Grad an Sonnenbrand (UV-B-Strahlung) und nicht auf ähnliche Auswirkungen durch UV-A-Strahlung. Sonnenschutzmittel, die nur gegen UV-B-Strahlung schützen, "könnten ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln, da sie die gefährliche UV-A-Strahlung an die Haut lassen", warnt die Brüsseler Behörde.

Die Hersteller beginnen daher derzeit damit, ein genormtes UV-A-Siegel für ihre Produktetiketten zu entwickeln, das einen quantifizierten Mindest-UV-A-Schutz angibt, der parallel zum Sonnenschutzfaktor steigt und "auf einer genormten Testmethode basiert".

"Nach und nach" werde die Kosmetikindustrie eine genormte Angabe des UVA-Schutzes mit einem neuen Logo einführen, wie dies in einer Empfe hlung der Europäischen Kommission neueren Datums festgelegt worden sei. Da aber "die Etiketten für 2007 bereits gedruckt sind, werden diese Angaben erst im Sommer 2008 umfassend auf den Produkten zu finden sein". Dies bedeute jedoch nicht, dass andere Produkte keinen entsprechenden UVA-Schutz bieten. "Im Moment wird empfohlen, weiterhin das ganze Etikett zu lesen."

Verhaltenstipps der EU-Behörde

Die EU-Kommission rät den Verbrauchern, Sonnenschutzmittel nur als eine von vielen Sonnenschutzmaßnahmen zu verwenden. Darüber hinaus solle man sich in der Zeit der stärksten Sonneneinstrahlung, also etwa zwischen 11.00 und 15.00 Uhr, nicht zu lange in der Sonne aufhalten. "Wenn es nicht möglich ist, die Sonne zu meiden, schützen Sie Ihre Haut durch Kleidung; Hüte und Sonnenbrillen können zusätzlich schützen." Babys und Kleinkinder sollten nicht dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.

"Verwenden Sie Sonnenschutzmittel, die sowohl gegen UVB- als auch gegen UVA-Strahlung schützen", so die Kommission. Und: "Tragen Sie Sonnenschutzmittel in ausreichender Menge auf." Die richtige Anwendung des Produkts sei so wichtig wie die Wahl des Produkts selbst. Damit der mit dem Sonnenschutzfaktor angegebene Schutz erreicht werde, müssten etwa 6 Teelöffel Sonnencreme auf den Körper eines Erwachsenen verteilt werden. "Derzeit verwenden die Verbraucher normalerweise nur etwa die Hälfte dieser Menge." Nach dem Schwimmen oder Abtrocknen müsse wieder so viel Sonnencreme aufgetragen werden, damit der Schutz aufrecht erhalten werde.

Über 1,3 Milliarden Euro Umsatz

Letztlich handelt es sich auch um ein großes Geschäft. Die EU ist laut Kommission "ein großer und wachsender Markt für Sonnenschutzmittel". Im Jahr 2005 lag der Einzelhandelswert (Einzelhandelsverkaufspreis) von Sonnenschutzmitteln in Europa bei schätzungsweise über 1,3 Milliarden Euro, so die Kommission. Im Jahr 2006 stieg der Absatz in der EU leicht an.

Der Sonnenschutzmittelmarkt in der EU wird offenbar von europäischen Unternehmen beherrscht. Unter den zehn größten Lieferanten in der EU sind nur drei nichteuropäische Unternehmen, deren Marktanteil etwa 10 Prozent beträgt.