Ärzteverband vermisst Beitragssenkungen bei Krankenkassen

Mehrwertsteuererhöhung

Der Ärzteverband Hartmannbund wirft den gesetzlichen Krankenkassen vor, trotz der eingeleiteten Reformen im Gesundheitswesen keine Senkung ihrer Mitgliedsbeiträge anzustreben. Verbandschef Kuno Winn sagte am Donnerstag in Berlin, die Kassen hätten zwar neue Strukturen geschaffen, wodurch die Kosten niedriger seien. Im Endeffekt aber stünden keine Beitragssenkungen an. Winn sprach von einem "Selbstbedienungsladen" der Krankenkassen und forderte, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) müsse dieser Entwicklung Einhalt gebieten.

Der Bundesverband der Betriebskassen (BKK) findet die Kritik des Hartmannbundes schwer nachvollziehbar. BKK-Sprecherin Ann Hörath wies darauf hin, dass die Kassen mit gestiegenen Arzneimittelkosten und der Mehrwertsteuererhöhung zurechtkommen müssten. Deshalb sei es schwer, die Entwicklung der Beitragssätze vorauszusagen. Man wolle sie jedoch "soweit wie möglich" senken. Wenn die Kassen die Möglichkeit dazu hätten, würden sie dies auch tun, versicherte die Sprecherin.