NATO will in Afghanistan-Krieg angeblich weniger Zivilisten töten

Luftschläge

Die NATO hat einem Zeitungsbericht zufolge Konsequenzen aus der hohen Zahl ziviler Opfer in Afghanistan gezogen. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) berichtete nach Informationen der "Sächsischen Zeitung" am 10. September auf der Klausur der Unions-Fraktion im Bundestag, in einer "Weisung" an die internationalen Afghanistan-Truppen sei festgelegt, die Soldaten müssten nun "alles in ihren Kräften stehende tun, zivile Opfer zu vermeiden".

Jung bezog sich dabei nach Angaben der Zeitung auf eine als geheim eingestufte Direktive für die NATO-geführte Schutztruppe ISAF und die US-geführte "Anti-Terror-Truppe" OEF. Danach müsse bei der Anforderung von Luftschlägen zur Unterstützung der Bodentruppen ("close air support") sichergestellt sein, dass zivile Opfer vermieden werden. Gegebenenfalls sollten Angriffe auf Stellungen "der Taliban" verschoben werden. Größere "Operationen" müssen nun grundsätzlich vom Kommandeur der ISAF-Truppe, dem US-General Dan McNeil, genehmigt werden.

Die Direktive gilt nach Angaben der Zeitung seit Ende Juni. Nach Darstellung deutscher Regierungskreisen soll sich die Situation seit Inkrafttreten der Direktive angeblich "spürbar verbessert" haben.

In den vergangenen Monaten hatte es bei Luftschlägen durch ISAF oder OEF gegen Aufständische zahlreiche Opfer in der Zivilbevölkerung gegeben.