Anklage im Fall des tödlich verunglückten G8-Polizisten erhoben

Offene Tür beim Anfahren

Drei Monate nach dem tödlichen Unfall eines beim G8-Gipfel in Heiligendamm eingesetzten 28-Jahre alten Polizisten aus Dortmund hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Fahrerin eines Mannschaftswagens erhoben. Der 25-jährigen Polizeikommissarin aus Dortmund werde fahrlässige Tötung vorgeworfen, sagte Peter Lückemann, Sprecher der Staatsanwaltschaft, am Dienstag in Rostock. Die Beschuldigte habe sich laut Ermittlungen bei Fahrtantritt nicht davon überzeugt, dass die Insassen angeschnallt und die Türen geschlossen waren. Ihr droht bei einer Verurteilung eine maximal fünfjährige Freiheitsstrafe.

Der 28-jährige Polizist war beim Anfahren von einem Parkplatz in Linstow (Landkreis Güstrow) aus dem Auto gestürzt, wobei er tödliche Kopfverletzungen erlitt.

Laut Staatsanwaltschaft hatte die Fahrerin die offene Tür noch bei einem Blick über die Schulter wahrgenommen, sagte Lückemann. Sie hätte die Fahrt nicht beginnen dürfen. Die Ermittlungen hätten ergeben, dass der Mann weder von Mitinsassen geschubst noch selbst gesprungen sei, sagte Lückemann. Entsprechende Vermutungen waren nach dem Unfall laut geworden. Laut Obduktionsbericht stand der 28-Jährige auch nicht unter Alkoholeinfluss.

Die Staatsanwaltschaft war erst drei Tage nach dem Unfall durch die Polizei informiert worden. Die Ermittler hatten damals die "sehr dürftige Beweisaufnahme" der örtlichen Polizei kritisiert. So seien Zeugen nicht oder sehr spät vernommen worden.