Tierschutzbund kritisiert Massentötung von Geflügel

"Hysterie"

Der Deutsche Tierschutzbund fordert ein Ende der Massentötung von Geflügel zum Schutz gegen die Weiterverbreitung der Vogelgrippe. Die Tötung von 67.000 Enten in zwei niederbayerischen Betrieben sei völlig übertrieben. "Diese Tötungsserien sind mehr von Hysterie als von Augenmaß und verantwortlichem Handeln geprägt", kritisierte Tierschutzpräsident Wolfgang Apel am 13. September in Bonn. Er gab der Massentierhaltung eine Mitschuld an der Ausbreitung des Vogelgrippeerregers. "Statt endlich in Seuchenpräventionspolitik zu investieren, wird in Tötungsmaschinen investiert, die Tierleichenberge wachsen", beklagte Apel und forderte eine Rückkehr zu kleinbäuerlichen Strukturen.

In den Landkreisen Rottal-Inn und Dingolfing-Landau wurde bei zwei Entenmastbetrieben offenbar das niedrigpathogene Vogelgrippevirus nachgewiesen. Da der gefundene Erreger jederzeit zum hochpathogenen Typus mutieren könne, sei vorsichtshalber die Keulung angeordnet worden, begründeten die Kreisbehörden ihre Entscheidung.

Apel wertete dies als Zeichen dafür, dass die Seuchenpolitik gescheitert sei. Eine tatsächliche Gefahr für Mensch und Tier sei in den beiden aktuellen Fällen nicht gegeben. Die prophylaktischen Tötungen gesunder Tiere, nur um Handelsbeschränkungen zu verhindern, seien nicht akzeptabel.