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Preis für "Eurofighter" steigt um 616 Millionen Euro

Mehr Geld für EADS

Das bisher größte deutsche Rüstungsprojekt soll offenbar noch teurer werden als bislang angekündigt. Der Gesamtpreis für das sogenannte Grundsystem Eurofighter wird im Entwurf für den Haushalt 2008 um 616 Millionen Euro höher veranschlagt als zuvor, berichteten am Wochenende mehrere Zeitungen. Das Verteidigungsministerium in Berlin begründete den Kostenanstieg mit der Mehrwertsteuererhöhung Anfang des Jahres sowie mit einer Anpassung an Material- und Lohnkosten.

Ein Ministeriumssprecher sagte, die vertragliche Vereinbarung zur Anschaffung der Kampfflugzeuge liege neun Jahre zurück, seitdem seien auch die Preisindizes gestiegen. Daher handele es sich in diesem Fall um eine Preisfortschreibung und nicht um eine Preissteigerung.

Die FDP-Verteidigungsexpertin Elke Hoff hingegen zeigte für den Kostenanstieg kein Verständnis. Sie kritisierte: "Man sollte von Verteidigungsminister Jung erwarten können, dass er die Grundrechenarten beherrscht."

Scharfe Kritik kam auch von den Grünen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen-Fraktion, Volker Beck, monierte, der "schwarz-gelbe Knebelvertrag mit der Rüstungsindustrie" und die Weigerung von Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), über eine deutliche Stückzahlreduzierung beim "Eurofighter" zu verhandeln, komme den Steuerzahler immer teurer zu stehen. Beck warnte: "Das Projekt Eurofighter entwickelt sich für den Bundeshaushalt zum Fass ohne Boden."

Der "Eurofighter" wird von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien entwickelt und gebaut. Zum "Eurofighter"-Konsortium zählen die EADS in Deutschland und Spanien, die italienische Alenia und die britische BAE Systems. Deutschland hat 180 "Eurofighter" bestellt. Laut "Welt am Sonntag" befinden sich 44 Flugzeuge seit 2004 in der Einführung bei der Luftwaffe. Die letzte Tranche solle frühestens 2012 ausgeliefert werden.

Bei der Beschaffung des Waffensystems war dem Zeitungsbericht zufolge 1997 eine Kostenobergrenze von umgerechnet insgesamt elf Milliarden Euro festgelegt worden. Um Preissteigerungen bei Materialen und Erhöhung von Löhnen vorzubeugen, habe die deutsche Industrie eine sogenannte Preisgleitfortschreibung vereinbart. Als Preisfortschreibung für das Jahr 2007 seien ursprünglich 310 Millionen Euro festgeschrieben worden, hieß es.

Die FDP will der Zeitung zufolge jetzt wissen, wie die anderen 306 Millionen zustande kommen. "Die Kostenentwicklung beim Eurofighter scheint mir nicht mehr beherrschbar. Die Bundesregierung nimmt einmal mehr den Steuerzahler für Fehlplanungen in der Rüstung in Anspruch. Das ist unredlich", sagte Hoff.

Der Bundestag hatte 1997 beschlossen, 180 Eurofighter zu bestellen, die in drei Tranchen ausgeliefert werden sollten.

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