Verkehrsexperte Holzapfel sieht keine "Marktlücke" für Transrapid

Zwischen Bahn und Flugzeug

Für den Transrapid gibt es nach Ansicht des Kasseler Verkehrswissenschaftlers Helmut Holzapfel keine Marktlücke mehr. Es handle sich um ein inzwischen relativ altes System, das einmal zwischen Auto und Flugzeug stehen sollte, sagte Holzapfel der "Frankfurter Rundschau". Diese Marktlücke, die der Transrapid bei seiner Entwicklung vor mehr als 20 Jahren erschließen sollte, sei sehr klein geworden oder gar nicht mehr existent, seit selbst in Städten von der Größe Kassels Flughäfen entstünden und auch das Verkehrssystem Bahn sehr gut funktioniere.

Holzapfel sagte, er sehe in der Magnetschwebebahn heute ein "Denkmal für die Leistungsfähigkeit deutscher Technik von hohem Symbolwert". Wenn die Strecke in München gebaut werde, dann entstehe dort aber lediglich eine "lebende Weltausstellung", die kaum noch Kunden anspreche, da als Abnehmer in Frage kommende, dünn besiedelte Länder wie Australien oder China inzwischen selbst über eine ausgezeichnete Flugverkehrsinfrastruktur verfügten.

Zudem seien die Kosten der Strecken für einen Transrapid enorm. Bei einem Flughafen brauche man nur zwei Landebahnen. Demgegenüber sei das System Transrapid in der Investition nicht billig.