Verbot von Affenversuchen gefordert

Welttierschutztag

Anlässlich des Welttierschutztages am 4. Oktober fordert der Bundesverband Menschen für Tierrechte ein gesetzliches Verbot von Affenversuchen. Dieses sei aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen überfällig, meint die Organisation. In Deutschland würden jährlich über 2000 Affen in Tierexperimenten eingesetzt, in der gesamten EU etwa 10.000. Bis zu 80 Prozent der Primaten müssten noch immer für qualvolle Giftigkeitstests verschiedenster Substanzen ihr Leben lassen, kritisieren die Tierschützer.

Für Menschen bieten diese Tests nach Auffassung der Organisation noch nicht einmal Sicherheit, da Affe und Mensch zu oft zu unterschiedlich reagierten. Dies habe beispielsweise 2006 der Fall TeGenero gezeigt: In Großbritannien hätten sechs Männer schwerste Nebenwirkungen durch eine Substanz erlitten, die zuvor ohne schädliche Wirkungen an Affen getestet worden sei.

In Berlin und München wurden den Angaben zufolge vor Kurzem Affenversuche in der Hirnforschung nicht genehmigt, weil die Belastung für die Tiere im Hinblick auf die zu erwartenden Ergebnisse als zu hoch eingeschätzt wurden. Das Landesparlament von Bremen fordere einen "geordneten Ausstieg" aus den Primatenversuchen. Außerdem sprachen sich im September weitaus mehr als die Hälfte der EU-Parlamentarier dafür aus, alle Tierversuche mit Affen durch alternative Verfahren zu ersetzten.

"Diese Entwicklung macht Hoffnung. Doch jetzt ist Deutschland gefordert und durch das Staatsziel Tierschutz verpflichtet, ein Zeichen zu setzen und ein umgehendes nationales Verbot aller Affenversuche in Kraft zu setzen", fordert der Vorsitzender des Bundesverbandes Menschen für Tierrechte, Kurt Simons. Das Leiden der Affen müsse endlich ein Ende haben.