US-Indien-Atomabkommen auf Eis gelegt

Atomwaffen

Medienberichten zufolge wurde das geplante Nuklearhandelsabkommen zwischen den USA und Indien auf Eis gelegt. Die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) begrüßte am 17. Oktober diese Ankündigung. Es bleibe aber dennoch unklar, ob das Abkommen ganz vom Tisch sei. Die IPPNW hat seit Beginn der Vertragsverhandlungen zwischen Indien und den USA davor gewarnt, dass das Abkommen bestehende Vereinbarungen zur Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen unterminiere und zur atomaren Aufrüstung Indiens beitrage. Außerdem könne es ein Wettrüsten in Südasien auslösen.

Die Nachricht vom Stopp des geplanten Atomabkommens wurde von indischen Abrüstungsaktivisten begeistert aufgenommen. "Das Abkommen wurde jetzt erst mal auf Eis gelegt. Nicht viele Menschen haben diese Wendung erwartet. Alle fortgeschrittene Kräfte in Indien spielten hierbei eine unterstützende Rolle", kommentierte Dr. Arun Mitra von der indischen Sektion der IPPNW am 17. Oktober. "Diesen Weg müssen wir jetzt vorsichtig, aber unentwegt weiterverfolgen."

Dennoch warnen die Ärzte Indien u frühem Optimismus. Die Berichte aus Indien seien sehr unterschiedlich in ihren Aussagen. "Die indische Regierung wurde von der kommunistischen Partei im indischen Parlament blockiert. Sie lehnen das Abkommen aber aus den falschen Gründen ab", meint Xanth Indien , Abrüstungsexpertin der deutschen IPPNW. "Zum einen befürchten sie, dass die USA Indien für ihre strategischen Interessen ausnützen wird, zum anderen, dass das Abkommen ihre militärisch-nuklearen Aufrüstungsambitionen zügeln könnte." Prinzipiell gegen einen nuklearen Handel sei "keine der indischen Parteien", kritisiert Hall.