Rische warnt SPD bei der Rente mit 67 vor "falscher Weichenstellung"

"Bonus"

In der Diskussion über Korrekturen an derRente mit 67 hat der Präsident der Deutschen Rentenversicherung, Herbert Rische, die SPD vor "falschen Weichenstellungen" gewarnt. Die Idee, für ältere Arbeitnehmer eine Art "Bonus" bei der Bewertung ihrer Rentenbeiträge einzuführen, sei ein "Irrweg", sagte Rische der "Frankfurter Rundschau". Es stelle sich die Frage: "Warum soll ein Beitrag, der mit 60 gezahlt wird, mehr wert sein, als einer, den ein 59-Jähriger zahlt?"

Nach Risches Auffassung bedeutet dieser Vorschlag, über den auf dem an diesem Freitag in Hamburg beginnenden SPD-Parteitag diskutiert werden soll, einen "Verstoß gegen das Äquivalenzprinzip in der Rentenversicherung - das Verhältnis vom eingezahlten zum ausgezahlten Geld".

Auch bei Sonderregelungen zur Rente mit 67, wie sie SPD-Chef Kurt Beck etwa für Dachdecker fordert, mahnte Rische zur Zurückhaltung. Es sei zwar nachvollziehbar, sich Gedanken über einen frühzeitigen Ausstieg für besonders belastende Tätigkeiten zu machen. Der Rentenchef warnte jedoch vor Regelungen, für die dann "die Allgemeinheit" zahlen müsse. Denkbar sei es, für bestimmte Berufsgruppen "branchenbezogene Fondslösungen" zu schaffen, wie man sie bereits vor Jahren für Beschäftigte im Bergbau eingeführt habe.