BDI fordert Riesen-Lkw

"EuroCombi"

"Angesichts des enormen Wachstums im Güterverkehr brauchen wir rasche Effizienzsteigerungen bei allen Verkehrsträgern." Das sagte Carsten Kreklau vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), vor der am Dienstag beginnenden Konferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern. Allein im vergangenen Jahr sei der Güterverkehr auf Straße und Schiene um rund sieben Prozent gewachsen, für dieses Jahr würden sogar rund acht Prozent vorausgesagt. Das BDI-Rezept: "Innovative Nutzfahrzeuge, wie der EuroCombi, können einen wichtigen Beitrag leisten, um dieses Wachstum effizient, sicher und umweltfreundlich zu bewältigen". Umweltschützer lehnen die Riesen-Lkw ab.

Die Pilotversuche einzelner Bundesländer und begleitende Studien haben nach Auffassung des BDI gezeigt, dass mit den EuroCombi Fahrzeugen Kraftstoffeinsparungen von bis zu 30 Prozent je transportierter Tonne möglich seien. Damit verringerten sich auch klimaschädliche CO2-Emissionen entsprechend.

Durch die im Vergleich zu herkömmlichen Lkw größere Achszahl sinke außerdem die Belastung der Straßen um rund fünf Prozent, so der BDI. Modernste zusätzliche Sicherheitssysteme gewährleisteten einen sicheren und reibungslosen Einsatz dieser Fahrzeuge auf den Fernverkehrsstraßen. Die "innovativen Nutzfahrzeuge" seien aber "nicht für den Einsatz in Innenstädten oder abseits der Fernverkehrsstraßen vorgesehen", sagte Kreklau.

BDI: Kein Gegeneinander von Straße und Schiene

"Für die verladende Industrie geht es darum, dass Rohstoffe und Güter so effizient wie möglich transportiert werden können. Dafür müssen Straße und Schiene ihre jeweilige Rolle in einem leistungsfähigen Verkehrssystem spielen", sagte Kreklau mit Blick auf Befürchtungen, der Einsatz dieser Fahrzeuge könne den Schienengüterverkehr bedrohen.

Angesichts der - laut BDI - "auch bei der Schiene sichtbaren Kapazitätsgrenzen" sei es realitätsfremd anzunehmen, die Schiene könne zukünftig das gesamte Verkehrswachstum auffangen. Bei der Diskussion um den EuroCombi gehe es nicht um ein Gegeneinander von Straße und Schiene, sondern darum, Lösungen für das rasante Wachstum zu finden und Verbesserungen bei beiden Verkehrsträgern zu ermöglichen. Die ersten Erfahrungen deuteten an, dass mit dem EuroCombi Entlastungen bei Straße und Schiene möglich würden.

"Wir fordern die Verkehrsminister von Bund und Ländern auf, mit Augenmaß über die Zukunft innovativer Nutzfahrzeugkonzepte in Deutschland zu entscheiden. Ein bundesweiter Feldversuch, mit dem die Rahmenbedingungen für einen Einsatz innovativer Fahrzeuge in Deutschland ausgelotet werden, wäre ein richtiger Schritt", so Kreklau.