Maßnahmen zur Risikominimierung im Atommülllager Asse verabredet

125.787 Fässer Strahlenmüll in Gefahr

Beim Thema Atommüll wird meist über die Langzeitsicherheit diskutiert - es geht um zehntausend und hunderttausende von Jahren. Noch immer weitgehend unbekannt ist, dass beim Versuchs-Atommüllager Asse bei Wolfenbüttel bereits die Kurzzeit-Sicherheits in Frage steht. Das Atommüllager droht "abzusaufen". Jetzt sollen die von Asse 2 ausgehenden möglichen Gefährdungen "neu bewertet" werden. Die Bundesministerien für Forschung sowie Umwelt und das niedersächsische Umweltministerium verständigten sich auf "Maßnahmen zur Minimierung von Risiken" in dem ehemaligen Salzbergwerk, in dem 125.787 Fässer mit leicht- und mittelradioaktivem Atommüll lagern. Ziel müsse es sein, die Bevölkerung zu schützen, hieß es am 21. November in einer gemeinsamen Erklärung der Ministerien.

Demnach soll die Betreibergesellschaft GSF bis Mai 2008 eine Störfallanalyse erstellen. Dabei solle auch der Fall eines rasch steigenden Wasserpegels betrachtet werden.

Wegen der noch offenen, großen Hohlräume werde es voraussichtlich weiter Bewegungen im Deckgebirge geben, hieß es. Deshalb könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Wasserzulauf von jetzt etwa 12.000 Litern pro Tag künftig erheblich zunehme.

Umweltexperten warnen seit längerem davor, dass durch das eindringende Wasser radioaktive Stoffe an die Oberfläche gelangen könnten.

Ferner sieht die Vereinbarung vor, bis Mitte 2008 eine abschließende Bewertung von Optionen vorzunehmen. Dabei werde auch eine Rückholung des eingelagerten Atommülls in die Prüfung einbezogen. Die Bevölkerung solle an den Überlegungen beteiligt werden.

Obwohl es weltweit kein genehmigtes Lager für hochradioaktiven Atommüll gibt und trotz der von Asse ausgehenden möglichen Gefahren betrachtet die Atomindustrie das Atommüll-Problem als gelöst.