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Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Walter für Rente mit 70

"Schneller vorangehen"

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat eine weitere Rentenreform bis zum Beginn der nächsten Legislaturperiode gefordert. "Wir müssen schneller vorangehen und das Rentenalter der steigenden Lebenserwartung anpassen", sagte Walter der "Passauer Neuen Presse". Bis zum Jahr 2020 gelte es, das Rentenalter auf 70 Jahre anzuheben. "Rente mit 67 reicht nicht aus", sagte der Bank-Manager. Die Rentenreform müsse bereits zu Beginn der nächsten Legislaturperiode weiterentwickelt werden. Auch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) hatte sich für eine noch längere Lebensarbeitszeit ausgesprochen, ließ nach heftiger Kritik dann aber dementieren, er sei für Rentenzahlungen erst ab 70 Jahren.

Zahlreiche Unionspolitiker fürchten durch die öffentliche Debatte aber offensichtlich negative Auswirkungen bei den künftigen Wahlen. Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger kritisierte den Vorstoß von Schäuble. "Ich will uns dringend raten, jetzt nicht mit 70 oder 72 zu arbeiten, sondern die Rente mit 67 mit Leben zu erfüllen", sagte Oettinger am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

Der sozialpolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, Max Straubinger, nannte Forderungen nach einer weiteren Reform einen "kompletten Schmarrn". "Wir sollten die Menschen nicht ständig verunsichern", so Straubinger. "Wir haben eine Rentenreform gemacht und die wird jetzt umgesetzt."

Die von der großen Koalition beschlossene Rentenreform müsse erst einmal umgesetzt werden, "und zwar nicht nur im Gesetz, sondern in der Tat", betonte der CDU-Politiker. "Wir müssen alles tun, dass die Arbeitswelt den über 60-Jährigen mitnimmt und die Rente mit 67 für alle die Praxis wird", so Oettinger.

Schäuble hatte mit Blick auf die steigende Lebenserwartung und demografische Entwicklung gesagt, man sei mit der Verlängerung der Lebensarbeitszeit "noch nicht am Ende".

Es ist Wahlkampf und insofern die Zeit der Versprechungen für den "kleinen Bürger": So stellte Oettinger den heutigen Senioren kräftige Rentenerhöhungen in Aussicht.

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