Sozialverbände fordern Maßnahmen gegen drohende "Zwangsverrentung"

Derzeit erleichterter Leistungsbezug

Sozialverbände haben die Bundesregierung zu Maßnahmen gegen die zum Januar 2008 drohende "Zwangsverrentung" älterer Arbeitsloser aufgefordert. Die Koalition dürfe nicht zulassen, dass ältere Arbeitslose, "von denen die meisten trotz aller Bemühungen keine Chance auf eine anständige Beschäftigung haben, in eine Rente mit hohen Abschlägen gezwungen werden", mahnten der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Frauenrat, der Sozialverband Deutschland, der Sozialverband VdK Deutschland und die Volkssolidarität am 27. November in einer gemeinsamen Erklärung. Dies würde den Angaben nach ab Januar bis zu 150.000 Menschen jährlich betreffen. Nach den geltenden Bestimmungen haben die vor 1950 geborenen Arbeitslosen ein Anrecht auf einen erleichterten Leistungsbezug.

Zum frühestmöglichen Zeitpunkt können sie statt Arbeitslosengeld abschlagsfrei Rente beziehen. Durch die ab 2008 geltende Verschiebung des Renteneintrittsalters wären die Betreffenden einer Zwangsverrentung bei gleichzeitig lebenslangen Rentenabschlägen von teilweise über 14 Prozent ausgesetzt. Den Verbänden zufolge muss nun gesetzlich klargestellt werden, dass Arbeitslose nicht in eine Altersrente mit Abschlägen gezwungen werden dürfen.