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Für E.On ist ein Wirkungsgrad von 46 Prozent "hocheffizient"

Analyse

Der Energiekonzern E.On will für rund 1,5 Milliarden Euro ein neues Steinkohlekraftwerk im Hafen von Antwerpen bauen. Das geplante Großkraftwerk, das 2014 ans Netz gehen soll, verfügt mit einer Leistung von 1100 Megawatt laut E.On "über einen besonders hohen Wirkungsgrad von 46 Prozent". Alte Kohlekraftwerke verfügen über Wirkungsgrade von größenordnungsmäßig 35 Prozent oder weniger. Für E.On handelt es sich demnach um ein "hocheffizientes" neues Kraftwerk. Umweltverbände sehen das ganz anders. Sie weisen schon seit 30 Jahren darauf hin, dass dezentrale Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Wirkungsgrade von mehr als 80 oder 90 Prozent aufweisen. Das ist mit Großkraftwerken, mit denen die großen Energiekonzerne ihre Geschäfte machen, aber kaum realisierbar.

Mit Biogas befeuerte Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen beispielsweise werden üblicherweise als Kleinanlagen von Kommunen oder Landwirten betrieben. Energieriesen wie E.On droht dadurch das lukrative Geschäft mit der Ware Energie zu entgleiten.

Vor diesem Hintergrund kämpfen Energiekonzerne vor allem für alles, was groß ist und sich in ihrer Hand konzentrieren lässt. Ihre Richtschnur: Große Kohlekraftwerke, große Atomkraftwerke, große Windparks in der Nordsee und große Solarkraftwerke in der Sahara sind gut. Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern der Hausbestitzer, Windkraftanlagen im Binnenland, Biomasse-Anlagen von Landwirten, Kleinwasserkraftwerke von Kommunen sind schlecht.

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